Supercobra bei der AQUARENA Nacht 2018 in Dillenburg

Supercobra (Marburg)

More Yeah Yeahs – Laut, ohne Kompromisse, keine Gefangenen, immer voll auf die Zwölf. In einschlägigen Szenemagazinen werden die Songs und Sound des dynamischen Trios aus Marburg gefeiert und schamlos mit den aktuellen Helden des Indie- und Garagenrocks wie The Hellacopters oder The Hives verglichen. Und Supercobra schneiden gar nicht schlecht ab dabei! Auch auf ihrem aktuellen mit “More Yeah Yeahs” betitelten Album spielt sich die Band aus dem beschaulichen Marburg an der Lahn in einen wahren Rausch. Stromgitarre, wummernde Bässe und knackige Drums weisen den Weg nach vorne oder auch zurück in eine Zeit als Rock’n’Roll noch roh, unverfälscht, dreckig und vor allem schnell und laut daherkam. Supercobra garnieren ihre ausnahmslos der eigenen Feder entstammenden Songs mit eingängigen Riffs, satten Grooves und grandiosen Melodien, die Partytauglichkeit und Ohrwurmpotential praktisch garantieren. Und so sind Supercobra vor allem live und im Verbund mit einem gut aufgelegten Publikum eine quasi unschlagbare Kombination!

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Supercobra – Rock’n’Roll als Naturereignis, ohne Netz und doppelten Boden

Wie intonierten dereinst die “Crackers”, die hessischen Heroen des Spaßpunks in einem ihrer bekanntesten Songs zu Beginn der 80er? “Er tut den Stecker rein und alle Knöpfe auf zehn, dann kann die tierische Post abgehen”. Passt im Falle des Power-Trios Supercobra wie Faust aufs Auge! Die Marburger Band in klassischer Rock’n’Roll Besetzung mit Markus Welby Schmidt (git., vox), Frankster Burns (bass, vox) und Kottovic Bumquist (drums, vox) bevorzugt den gepflegten Garagen- oder auch Rotzrock in der Ausführung: schnell, laut, hart, schnörkellos und ohne Kompromisse. Die drei Marburger Punk’n’Roller verstehen ihr Handwerk jedenfalls. Und als Handwerk kann man die wahnsinnigen Drums, brachial wummernden Bässe und enorm energiegeladenen Gitarrenriffs durchaus bezeichnen. Rock’n’Roll-Handwerk eben. Handgemacht, ehrlich und ohne Firlefanz.

Supercobra selbst geben sich bei der Nennung der musikalischen Einflüsse, die auf die Band eingewirkt haben, durchaus recht selbstbewusst. Da fallen so illustre Namen wie Turbonegro, The Police, Dead Boys, Stooges (!), MC5 und, man höre und staune, The Kinks. Schon an ihrem Debütalbum mit dem etwas schrägen Titel “Garre, Yeah Yeah!” hatten Kritiker und Fans ihre helle Freude und mit dem Nachfolger präsentiert das dynamische Trio aus dem beschaulichen Oberhessen dreizehn brandneue Songs, die allesamt noch etwas rauer und wilder, aber auch fetter und rockiger rüberkommen. Rock’n’Roll-Stampfer wie “Always On My Mind” wechseln sich ab mit Reminiszenzen an die 60ies wie “More Yeah Yeahs” und eingängige Kompositionen wie “Since You’ve Gone”. Aber eines zeichnet alle ohne Ausnahme selbst geschriebenen Supercobra-Songs aus: Sie sind extrem partytauglich, tanzbar und der Refrain wird vom Publikum gerne mal mitgesungen.

In weit über 100 Live- und Festivalgigs haben Supercobra ihre Bühnentauglichkeit inzwischen nachhaltig unter Beweis gestellt und Publikum und Anhänger der gepflegten Stromgitarrenunterhaltung restlos von ihren Qualitäten überzeugt. Und auch bei ihrem Aufritt auf der Aquarena-Nacht in Dillenburg wird sich das energie-geladene Marburger Power-Trio ganz sicher nicht zurücknehmen, sondern in gewohnter Manier Vollgas und ihren Anhängern so richtig was auf die Ohren geben. Und dann kann sich jeder vor der Bühne selbst davon überzeugen, dass Supercobra einem musikalischen Vergleich mit den Hellacopters, den Hives oder gar den Ramones locker Stand halten können.

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Supercobra bei der AQUARENA Nacht 2018 in Dillenburg