Dienstag, 5. November 2019 I 19.00 Uhr in der Villa Grün, Schlossberg Dillenburg

Lesung & Buchvorstellung – Der Fürst und seine Untertanen

 

Vom Leben auf dem Schloss und dem Leben der Untertanen im Fürstentum Nassau-Dillenburg. Vorstellung und Lesung am Dienstag den 5. November um 19.00 Uhr in der Villa Grün Schlossberg mit Annelie Geyer und Albrecht Thielmann.
Veranstalter ist das Kulturamt der Stadt Dillenburg.

Der Roman ’Der Fürst und seine Untertanen‘ von Eberhard Betz fußt auf einer Lebenschronik des Johann-Peter Haas aus dem 18.Jahrhundert. Dieser Johann-Peter diente als junger Mensch eine Zeitlang als Lakai auf dem Schloss und zieht dann wieder in sein Heimatdorf Sechshelden, wo er zunächst als Bauer und im Bergwerk arbeitet, aber auch in der Verwaltung des Dorfes tätig ist. Er macht sich als alter Mann seine Gedanken, was die Obrigkeit mit den Menschen anstellt und schreibt dies in seine Lebenschronik.

Die große Vertrautheit mit der Geschichte im heimischen Raum hat es dem Medizinprofessor Eberhard Betz aus Sechshelden möglich gemacht, die überlieferte Geschichte des Johann-Peter neu zu erzählen. Es entstand ein farbiges Panoramabild vom Fürstenhof und vom Alltag seiner Untertanen, unserer Vorfahren. Betz schildert dies alles lehrreich und unterhaltsam. Dieser Johann-Peter hat vieles selbst erlebt, was in die Stadtgeschichte Dillenburgs eingebrannt ist, dies auch im wörtlichen Sinne. So erfahren wir durch ihn von einem grausamen Justizwesen am Beispiel des Schicksals der jungen Frau, die ihr Kind tötete und die als Gefangene die Altstadt ansteckte; so lesen wir von einem unduldsamen Regelwerk der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit, das in viele auch sehr private Lebensbereiche hineinspionierte und dann hineinsanktionierte. Der Roman schildert dies anschaulich und es erstaunt, wie Johann -Peter unter diesen harten Bedingungen sein Lebensglück schaffen konnte. Betz gelingt die Darstellung einer Epoche des Fürstentums zu Zeiten von Fürst Christian.

Der Autor Eberhart L. Betz war eigentlich Professor in Tübingen und leitete ein bedeutendes Institut der inneren Medizin, er blieb aber seiner Heimat im Dillkreis-Sechshelden verbunden. Erinnerungen an seine Kindheit in dem alten Dillkreisdorf spielen, wie in all seinen Geschichten, auch hier eine Rolle. Im alten Dorf blieben die Geschichten von Nöten lebendig, von Festen, von eigenwilligen Menschen; es waren Geschichten, die einander erzählt wurden, weil man noch vielerorts zusammenkam. So wurden sie nicht vergessen.

Dieser schon lange vergriffene Roman ist jetzt in neuer Aufmachung und Einleitung mit neuem Titel wieder erschienen. Über den Autor schrieb der Herborner Stadtarchivar und Heimatforscher Rüdiger Störkel „Einer der wichtigsten Autoren der heutigen Heimatliteratur an der Dill ist Eberhard Betz.“

Foto Lebensart Weihnachtswelt